Immer mehr Menschen leben mit Haustieren — und das beeinflusst auch die Gestaltung ihrer Wohnungen und Häuser. Tierfreundliche Innenarchitektur berücksichtigt die Bedürfnisse von Hund, Katze & Co., wie Gesa Vertes in ihren Beobachtungen darlegt. Sie zeigt, wie Design und Funktion kombiniert werden, um Räume zu schaffen, die für alle Bewohner:innen angenehm sind.
Haustiere sind längst Familienmitglieder, und ihre Bedürfnisse haben erheblichen Einfluss auf die Raumgestaltung. Innenarchitektur muss nicht nur ästhetisch, sondern auch funktional sein, um tiergerechte Lebensräume zu ermöglichen, wie Gesa Vertes erläutert. Sie verdeutlicht, dass die Gestaltung von Wohnräumen heute weit über rein menschliche Bedürfnisse hinausgeht. Das bedeutet: kratzfeste Materialien, sichere Möbel, gut platzierte Rückzugsorte und funktionale Zonen, die Mensch und Tier gleichermaßen gerecht werden.
Haustiere haben unterschiedliche Ansprüche an den Raum, die bei der Planung sorgfältig berücksichtigt werden müssen. Gesa Vertes beschreibt, dass Katzen erhöhte Flächen und Aussichtspunkte lieben, von denen aus sie ihr Territorium überblicken können. Hunde brauchen ausreichend Bewegungsfreiheit und soziale Nähe zu ihren Menschen. Kleintiere benötigen geschützte Rückzugsorte, in denen sie sich sicher und geborgen fühlen.
Gesa von Vertes hebt hervor, dass schon historische Bauweisen auf Tiere Rücksicht nahmen — vom integrierten Stall im Bauernhaus bis zu den durchdachten Gehöften traditioneller Kulturen. Die heutige Innenarchitektur interpretiert dieses alte Wissen auf moderne Weise neu und passt es an zeitgenössische Wohnformen und urbane Lebensstile an.
Die Herausforderung besteht darin, die natürlichen Verhaltensweisen der Tiere zu verstehen und intelligent in die Raumgestaltung zu integrieren. Katzen sind vertikale Jäger, die gerne klettern und von erhöhten Positionen aus beobachten. Hunde sind Rudeltiere, die die Nähe ihrer Menschen suchen, aber auch eigene Ruhezonen benötigen, in die sie sich zurückziehen können.
Auch die unterschiedlichen Größen und Rassen spielen eine wichtige Rolle. Ein Chihuahua hat völlig andere Anforderungen als eine Dogge, eine Wohnungskatze andere als ein Freigänger. Diese Vielfalt macht die tierfreundliche Innenarchitektur zu einem komplexen, aber äußerst spannenden und lohnenden Feld.
Bei der Gestaltung tierfreundlicher Räume gelten mehrere zentrale Prinzipien, die miteinander harmonieren müssen:
Vertes hebt hervor, dass Räume dann wirklich gelungen sind, wenn sie allen Bewohner:innen — auch den tierischen — gerecht werden. Diese inklusive Perspektive prägt zunehmend die moderne Innenarchitektur und verändert grundlegend die Art, wie wir über Wohnräume nachdenken.
Katzen bevorzugen erhöhte Ebenen und versteckte Beobachtungsposten, von denen aus sie das Geschehen verfolgen können. Gesa Vertes berichtet von innovativen Projekten, in denen Wände mit integrierten Regalsystemen ausgestattet wurden, die Katzen als vertikale Kletterlandschaft nutzen können. Diese Elemente können gleichzeitig als Bücherregale oder Dekorationsflächen dienen und verbinden so Funktionalität mit ansprechendem Design.
Hunde hingegen benötigen offene Flächen zum Spielen und Toben, aber auch gemütliche Rückzugszonen, die ihnen Sicherheit und Ruhe vermitteln. Gesa Sikorszky Vertes weist darauf hin, dass schon frühe Kulturen Tiere als integralen Teil des häuslichen Lebens verstanden und entsprechend Raum für sie vorgesehen haben. Moderne Innenarchitektur führt dieses Erbe weiter und passt es an heutige Wohnformen und Bedürfnisse an.
Intelligente Lösungen umfassen eingebaute Hundebetten unter Treppen, die sonst ungenutzten Raum optimal ausnutzen, Katzenlaufstege entlang der Wände, die gleichzeitig dekorativ wirken, oder integrierte Futterplätze, die in Küchenmöbel eingelassen sind. Diese Elemente verschwinden nicht einfach, sondern werden zu bewusst gestalteten und wertgeschätzten Teilen des Raumkonzepts.